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Fairer Goldschmuck, ein Gewinn für alle.

Mein alter treuherziger Freund Frank teilte mir im Rahmen eines gemütlichen Treffens in unserer Stammkneipe vor ein paar Tagen mit, dass er und seine langjährige Freundin Alayna  im Winter heiraten wollen. In diesem Bereich sei er strikt konservativ veranlagt, sagte er. Damit die „Vermählung“, wie er es nannte, ganz nach alter Schule vonstatten gehen kann und es sogar eine Verlobung geben soll, bat er mich, mir die folgende Seite einmal anzusehen: http://www.123gold.de/verlobungsringe.html  Er selbst hatte sich bei der Auswahl der dort angebotenen schönen Ringen sehr schwer getan, weshalb er nun meinen Rat bräuchte, die richtigen zu finden.

Wie sich schnell herausstellte, hätte er ihn gar nicht gebraucht, denn die Ringe die mir gefielen, hatte auch er schon im Auge gehabt. Interessant wurde es aber bei der Unterhaltung zwischen uns, die darauf folgte. Ich begann damit, ihn nämlich zu fragen, ob er sich schon mal Gedanken über das Material der Ringe gemacht habe.

Er verneinte das und ich klärte ihn dann darüber auf, das Gold welches zur Schmuckherstellung verwendet wird, oft unter katastrophalen Umwelt- und Sozialbedingungen in Ländern der dritten Welt gefördert wird. Damit sich Gold aus dem Rohgestein löst, werden oft große Mengen an Cyanid und Quecksilber eingesetzt, die dann meist am Ende des Gewinnungsprozesses als Abfallprodukte wieder in die Umgebung gelangen; mit fatalen Folgen für die regionale Flora und Fauna. Auch die Arbeitsbedingungen sind häufig prekär. Dabei schrecken die örtlichen Minenbetreiber auch nicht vor Kinder- und Zwangsarbeit zurück. Oft werden nur Löhne gezahlt die kaum das Überleben der dort Beschäftigten sicher stellen. Diese Tatsachen sind den meisten Käuferinnen und Käufern von Goldschmuck nicht bekannt. Doch dagegen hat sich in jüngster Zeit innovativer und effizienter Widerstand formiert: Seit 2011 gibt es bereits in Großbritannien das Fairtrade-Siegel für Gold; in diesem Jahr ist nun erstmals auch in Deutschland faires Gold erhältlich.

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Die Liebe gleicht einem Ring, und der Ring hat kein Ende.

Dieses bisher eher auf Nahrungsmitteln oder Bekleidung zu findende Siegel der internationalen Fairtrade Labelling Organisation (FLO) garantiert gerechte Arbeitsbedingungen, Transparenz und das wirksame Verbot von jeglicher menschenverachtender Ausbeutung. Dafür muss der Käufer dann allerdings einen etwa zehnprozentigen Aufschlag hinnehmen.
Die konkrete Idee des fairen Handels mit Ländern der sog. dritten Welt besteht in Europa schon seit beginn der 60´er Jahre. Der kritische Geist der damaligen Zeit machte zunehmend international agierende Konzerne, flankiert von der neo-imperialistischen Politik des Westens, für die Verelendung zahlreicher Länder der Südhalbkugel verantwortlich. Fairer Handel schien deshalb als ein Gegenmodell zur freien und radikalen Marktwirtschaft. Eine zentrale Parole der damaligen Zeit war „Trade, not aid“  was auf Deutsch in etwa mit „Handeln statt Hilfe“ übersetzt werden kann. In den Niederlanden wurden dann als erstes europäisches Land, alternative Handelsorganisationen gegründet, die nicht auf Profit ausgerichtet waren sondern sich als faire Geschäftspartner verstanden und den Produzenten meist unter Auslassung von Zwischenhändlern, feste und von den Schwankungen des Weltmarktes unabhängige Preise zahlten. An diesem Prinzipien hat sich übrigens bis heute nichts geändert. Das zentrale Handelsgut der damaligen Zeit waren meist traditionell hergestellte Handwerksprodukte. Bald darauf entstanden als wichtiges Vertriebsmodel des Einzelhandels, die sogenannte Weltläden, die sich bald über ganz Westeuropa verbreiteten. In den 80´er Jahren wurden dann zunehmend auch landwirtschaftliche Produkte über die Läden vertrieben. Dennoch blieben Weltläden eine Randerscheinung, deren Waren, vergleichbaren konventionellen Produkten aus dem Supermarkt, so gut wie keine Konkurrenz machten. Das änderte sich erst, als sich in den 90´er Jahren übergreifende Organisationen gründeten, wie die europäische TransFair-International, die durch die Vergabe und von einheitlichen Etiketten und Standardisierung der Fairtrade Kriterien endlich auch Supermärkte als Vertriebspartner entdeckten. Seit dem werden auch zunehmend Textilien zertifiziert.
Eines der bekanntesten Label dürfte hierzulande mittlerweile das blau-grün-schwarze Fairtrade-Siegel sein, welches als das wichtigstes Kennzeichen für fair gehandelte Produkte gilt. Die Vergabe regelt der Verein „Fairtrade Deutschland“. Was „fair“ ist, das besagen die Leitlinien, die die FLO erarbeitet hat. Die Befolgung wird durch strenge Aufnahmekriterien und ständige unabhängige Kontrollen garantiert. Verglichen mit den Anfängen profitieren mittlerweile mehrere Millionen Menschen in armen Ländern der Südhalbkugel von dem fairen Handel mit wohlhabenden Nationen. Wirtschaftsexperten bescheinigen, trotz Finanz und Bankenkrise, der Branche enorme Wachstumspotentiale, denn mittlerweile ist „fair“ in vielen gesellschaftlichen Gruppen keine Modeerscheinung mehr, sondern längst ähnlich wie „bio“ ein alltägliches Kriterium für  Kaufentscheidungen geworden. Die Ausweitung der Siegel auch auf Elektronik Produkte ist nur noch eine Frage der Zeit.

Mein Freund Frank zeigte sich nach diesen kurzen Ausführungen meinerseits sehr zuversichtlich. Es könne sich demnach perspektivisch kaum noch jemand den verlockenden fair-trade Angeboten entziehen, meinte er fast euphorisch, und es sei dann doch nur eine Frage der Zeit, bis der gesamte Welthandel nach fairen Kriterien ablaufen müsse. Ich erwiderte nichts, sondern bestellte für uns noch zwei Bier. Bekanntermaßen offenbaren sich Wahrheiten meist nach der Heirat, so dass auch weitere Belehrungen diesbezüglich meinerseits, noch eine Weile warten können.

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