Fruchtzwerge Test

Warum Sie Ihrem Kind keine Fruchtzwerge geben sollten

Die Testergebnisse in Kürze:

Pro:

Schmeckt ziemlich lecker

Kontra:

Ungesund durch viel zu viel Zucker

Unser Testurteil

4.6 (Mangelhaft)

Kauf empfohlen?

Fruchtzwerge. Die gesunde kleine Mahlzeit für Kinder? Wir haben mal genauer recherchiert und Erstaunliches festgestellt.

Viele Eltern lieben Fruchtzwerge für ihre Kinder. Sie sind klein und handlich und schmecken den Kids wunderbar. Eine ideale Zwischenmahlzeit. Und das Beste: Glaubt man der Werbung, dann tut man seinem Nachwuchs mit Fruchtzwergen auch noch etwas Gutes. „Ohne Zusatz von Kristallzucker“, hieß es früher, „Kleiner Quark – Knochenstark“ heißt es  aufgrund des vielen Calciums heute.

Aber die Täuschung von des Herstellers Danone fand schon zu einer Zeit statt, in der Bob Marley noch auftrat, Michael Jackson noch schwarz war und eine Mauer Ost- und Westdeutschland trennte. 1980 geriet die Danone mit ihrem kleinen Kindersnack erstmals in die Kritik, da sie die Verbraucher mit einem Werbeslogan bewusst in die Irre führten. „So wertvoll wie ein kleines Steak“ versicherte man den Eltern, die damals größtenteils noch nicht mit dem Trend des Vegetarismus schwammen. Tatsächlich war es nur die Kalorienzahl, die der eines Steaks entsprach. An die Wertigkeit, insbesondere in Hinblick auf den Eiweißgehalt, kam ein kleiner Becher mit zu viel Fett, Zucker und Aromen aber mitnichten heran.

2005 klagte der österreichische Verein für Konsumenteninformation gegen die Danone, weil diese den Verbrauchern glauben ließ, sie kauften ein Produkt, das weniger Zucker enthielt als andere Produkte. Zwar hat Danone nicht gelogen – denn man verzichtet tatsächlich auf Kristallzucker, jedoch besteht auch Traubenfruchtsüße aus Glukose und Fruktose und hat in etwa den gleichen Brennwert. Unterm Strich lässt sich sagen, Zucker bleibt Zucker.

Eltern sollten also nicht glauben, dass es tatsächlich nur sehr süße Früchte wären, die dort untergemischt werden und der Quarkzubereitung diesen tollen Geschmack verleihen. Denn wenn man ehrlich ist, dann ist der Fruchtanteil der Fruchtzwerge ganz schön traurig. Gerade einmal 6% (Quelle) befindet sich in so einem kleinen Minibecher. Was ist das? Eine viertel Weintraube?

Der leckere Geschmack hat also wenig mit der Frucht, als vielmehr mit Zucker und Aromen zu tun. Dass sich in dem Becher keine Konservierungs- und Farbstoffe befinden, das stimmt. Aber gerade weil nicht konserviert wird, muss das Produkt stark erhitzt werden, um es haltbar zu machen. Die Folge: Die meisten Nährstoffe gehen damit flöten. (siehe auch „Nährstoffverlust durch Hocherhitzung?“)

Der heute so angepriesene Calciumgehalt ist nichts weiter, als eine künstliche Zugabe. Auch Vitamin D wurde zugesetzt. Überspitzt könnte man sagen, dass man dem Kind dann auch gleich Vitamine und Mineralstoffe in Tablettenform aus der Apotheke holen könnte.

Natürlich haben wir in unserer Headline mal wieder heißer gekocht, als gegessen wird, denn selbstverständlich darf man Kindern trotzdem Fruchtzwerge kaufen. Man sollte das allerdings in dem Bewusstsein tun, dass man da etwas zum Naschen kauft, die kleine Sünde für zwischendurch, nicht etwa ein wertvolles, gesundes Lebensmittel.

Alternativ kann man sich auch seine eigenen und etwas gesünderen Fruchtzwerge herstellen. Dafür vermengt man Quark mit einem kleinen Spritzer Milch oder Sahne zu einer homogenen Masse, gibt etwas frisches Obst (je nach Geschmack püriert), einen Spritzer Zitrone und etwas Honig hinzu.

Wir wünschen einen guten Appetit!

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