Test

HAPPINEZ – Das Mindstyle-Magazin aus Holland

Die Testergebnisse in Kürze:

Pro:

inspirierend, Zeitschrift der anderen Art

Kontra:

Themen sind Geschmackssache

Unser Testurteil

7 ()

Kauf empfohlen?

Ja

Für Frauen gibt es eine unüberblickbare Menge an Zeitschriften und Illustrierten. Da hätten wir zum Beispiel Mode, die Prominenten in Deutschland oder Hollywood, die Königshäuser, Gesundheit, Sport oder Lifestyle. Jetzt reiht sich da ein ganz neues Themengebiet ein: Mindstyle.

Das Frauenmagazin Happinez, das von der Bauer Media Group herausgegeben wird, beschäftigt sich mit der Art zu denken, sich und sein Leben wahrzunehmen, seine Chancen zu erkennen und zu nutzen. Es werden Inhalte aus den Bereichen Motivation, Inspiration, Spiritualität, Abenteuer, Philosophie, Kreativität und Poesie zusammengestellt, und mit wunderschönen Fotografien und Illustrationen umrahmt.

In Happinez geht darum, sich das Innere eines Menschen anzusehen, und den Kern, der uns alle miteinander verbindet, zu pointieren, anstatt nach Andersartigkeit und sich gegenseitig übertrumpfenden Stories und Skandalen zu suchen.

Zielgruppe

Seit knapp einem Jahr ist das Magazin jetzt schon auf dem Markt. Laut Verlag liegt die Zielgruppe zu 70 Prozent bei Frauen, die zwischen 30 und 49 Jahre alt sind, und über ein höheres Bildungsniveau verfügen. Ich selbst bin 25, und glaube, dass jeder, der offen und interessiert genug ist, unabhängig seiner beruflichen Herkunft, Gefallen an diesem Heft finden könnte. Man sollte nicht in Boxen denken!

Die Macher des ganzen Projekts sind jedoch keine Deutschen. Happinez kommt im Original aus Holland. Dort erscheint alle zwei Monate eine Ausgabe, das für den deutschen Markt übersetzt wird – sich ansonsten aber kaum unterscheidet. Während Mindstyle-Themen bei uns relativ neu sind, gehört Happinez in Holland schon zu einem der auflagestärksten Frauenmagazine. Es muss also etwas dahinter stecken, was die Menschen wirklich begeistert.

Man behandelt ganz bewusst alternative Themen und schwimmt gegen den Strom. Coolness, Oberflächigkeit, die neustens Trends, die große Karriere oder Geld – all das sucht man hier vergebens. Es ist eher genau das Gegenteil davon: Zufriedenheit, Langsamkeit, Stille, Natur und echtes Glück.

Alle Interviews, Reportagen oder Erfahrungsberichte haben in der einen oder anderen Form mit Nachhaltigkeit, alternativen Lebensweisen, Selbstverwirklichung, Persönlichkeitsentwicklung, Psychologie oder ungewöhnlichen Berufswegen zu tun.
Es gibt es bunt verstreute Aphorismen, kleine Gedankenspiele oder Gadgets wie heraustrennbare Lesezeichen mit Motivationssprüchen.
Dazu werden Accessoires und Schmuckartikel in außergewöhnlichen Designs vorgestellt, die man direkt beim Verlag bestellen kann.

Unsinnige Esoterik mit Binsenweisheiten?

An dieser stelle gibt es vom Spiegel einen „netten“ Veriss über das Magazin:  http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,700001,00.html

Die Autorin holt zum Rundumschlag aus, und meint, Themen wie Kochen, Esoterik oder Liebe würden nicht zusammen passen. Es heißt, viele Artikel wären viel zu oberflächlich gestaltet und mit zu vielen Binsenweisheiten gespickt. Alles würde irgendwie in die Richtung Tantra, Yoga und Duftkerzen gehen. Das Fazit lautet „Unsinn“.

Inwieweit darf man dem Glauben schenken, und inwiefern ist es einfach nur ein neidvoller Feldzug des Spiegels gegen ein anderes konkurrierendes Printprodukt?

Nun, man sollte natürlich wissen, was für ein Typ Mensch man ist, und an welchen Themen man Interesse hat. Jemand, der nicht Stricken kann und gestrickte Kleidung nicht sonderlich chic findet, wird wohl kaum Gefallen an einem Strickmagazin finden. Wer die Stars aus Hollywood liebt, ist mit einem Gossip Magazin á la InTouch natürlich auch besser bedient, als mit den neusten Nachrichten aus der Welt der Volksmusik oder den Königshäusern in Europa.

Wem Happinez gefallen könnte

Wem Happinez gefällt, der muss feinfühlig und sensibel sein. Außerdem ist Toleranz und Aufgeschlossenheit wichtig. Nur wer in der Lage ist, über andere Denkweisen, erfrischend neue Ansätze und kurvige Wege nachzudenken, und diese nicht kategorisch ablehnt, wird Spaß an dem Magazin haben.
Ich möchte nicht pauschalisieren, aber ich denke der übereifrige Karrieretyp, der sein Leben bereits durchgeplant hat, wird dem Heft weniger (oder überhaupt nicht) zugewandt sein, als Menschen, die bereits einmal gefallen sind, sich nach mehr Lebenssinn sehnen, noch einmal von vorn anfangen, und dieses Mal alles ganz anders machen möchten und denen, die lieber in der Weltgeschichte umherreisen und Menschen „studieren“, anstatt sich irgendwo an einer Universität einzuschreiben.

Nur jemand, der bereit ist, andere Wege zu gehen, der sich durch Worte motivieren und berühren lässt, der sich von der Schnelligkeit unserer Welt vielleicht überrumpelt fühlt, der weiß, dass die Kraft der Gedanken alles verändern kann, und der nicht abgeneigt wäre. Meditationstechniken auszuprobieren oder sich mit fernöstlichen Denkweisen auseinanderzusetzen, wird Happinez lieben.

Ja gut, ein wenig Räucherstäbchen und Bambusmatten-Image ist teilweise tatsächlich vorhanden. Das macht aber nicht den überwiegenden Teil der Zeitschrift aus. Und wo findet man schon ein Magazin, in dem einem von vorn bis hinten jeder Artikel zu 100 Prozent zusagt?

An anderen Zeitschriften stört mich sehr oft, dass sich dort vermeintliche Experten tummeln, die mir Laientipps geben, mit denen man überhaupt nichts anfangen kann. Egal welche Themen aufgegabelt werden – ich finde die meisten Artikel oberflächlich und komplett 0815. Außerdem habe ich stets und ständig das Gefühl, dass da geheime Werbedeals laufen, und man mir Produkte aufschwatzen will. Anders kann ich mir nicht erklären, dass ewig verdammt teure Artikel als das Nonplusultra angepriesen werden.

Die Ruheoase mitten im Alltag

Die Mindstyle-Kultur sagt mir hingegen schon länger zu. Ich kenne derartige Themen aus amerikanischen Blogs. Bei einer Tasse Tee über den Menschen zu lesen oder über den Sinn des Lebens … und dabei Fotos anzuschauen, die so wunderschön sind, dass man Gänsehaut bekommt, in Tagträumen zu schwelgen und neue Sehnsüchte zu entwickeln, das ist etwas mit Hand und Fuß. Man liest das Magazin und taucht in eine andere Welt ein. Wenn man diese Zeitschrift zuklappt, dann hat man tatsächlich das Gefühl etwas gelernt und sich irgendwie weiterentwickelt zu haben. Der „Aha, und was soll das jetzt?“-Effekt bleibt komplett aus. Mit der Lektüre von Happinez schaffe ich mir meine ganz eigene Ruheoase.

Die Frage, die ich mir oft stelle: Depressionen oder Burnout, warum gibt es das bei uns, und nicht dort, wo man sich für innere und grundlegende Bedürfnisse Zeit nimmt, sie zelebriert, und nicht alles als „Unsinn“ abstempelt, das sich nicht greifen, kaufen oder zählen lässt? Es ist schade, wie viele Menschen es versäumen, ab und zu mal innezuhalten, sich umzusehen und sich vielleicht auch neu zu orientieren.

Ich kann Happinez nur jeder Frau (und vielleicht auch sensiblen Männern) ans Herz legen. Alle zwei Monate bekommt man es in größeren Zeitschriftenläden oder Bahnhofskiosken für 4,95 Euro.

In der aktuellen Ausgabe gibt es übrigens ein Interview mit dem schwedischen Regisseur Kai Pollack. Er spricht über seinen Film „Wie im Himmel“, eine der schönsten Geschichten, die je über die Leinwand gelaufen ist, über seine Sicht auf das Leben, und wie er mit Hilfe des Schicksals, des Universums (oder wie immer man es nennen möchte) seine Traumfrau kennen gelernt hat. Sehr lesenswert – wie unterm Strich das gesamte Magazin!

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