Test

Es kann nur einen (Kaiser) geben

Die Testergebnisse in Kürze:

Pro:

abwechslungsreich, komplex, gute KI

Kontra:

Grafik, Sound und Musik

Unser Testurteil

7 ()

Kauf empfohlen?

Ja

Bericht über einen C64 Klassiker, bzw. der PC Version des Spiels.

Was ist Kaiser?

Kaiser ist ein Remake des gleichnamigen rundenbasierte C64 Klassikers aus den Achtzigern. Bei Kaiser gibt es nur ein Ziel, nämlich Kaiser zu werden. Wer hätte das gedacht. Dazu muss man Rang um Rang aufsteigen. Beförderungen gibt es nur, wenn das Land des Spielers die nötigen wirtschaftlichen und militärischen Voraussetzungen erfüllt. Natürlich versuchen die Herrscher der anderen Nationen auch Kaiser zu werden. Aber wie heisst es so schön: „Es kann nur einen geben.“ Das Spiel ist 100% Freeware, und ist auf nahezu allen Webseiten wo es Freeware gibt downloadbar. Ich empfehle aber besonders die Homepage des Autors Stefan Maday (www.yadam.de). Hier kann man sich sicher sein, die neuste Version zu kriegen.

Systemvoraussetzung:

Die Systemvoraussetzung sollte jeder halbwegs moderne PC erfüllen.

Prozessor: 80386 oder höher

Betriebssystem: Windows 3.1, 95, 98, 2000, XP

Graphikkarte: 1 Mb VGA

Installation:

Die Installation ist ein Kinderspiel. Nachdem man Kaiser heruntergeladen hat, was angesichts der schlanken 700 KB nicht lange dauert, muss man bloß das Zip-Archiv entpacken. Und fertig!

Menü:

Kaum hat man das Spiel gestartet, ertönt auch gleich die Titelmelodie „Heil dir im Siegerkranz“. Eigentlich ein schönes Lied, aber da es als MIDI Datei vorliegt, ist es doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Auf beschen Hintergrund sind zwei graue Flächen. Auf der einen ist ein Wappen über den ein Adliger mit einen Säbel, auf den ein Kopf gespießt ist, zu sehen ist. Auf der anderen graue Fläche ist das Kaiser Logo und die jeweilige Versionsnummer. Auf der linken Seite ist bereits das Spielmenü, wenn auch deaktiviert, zu finden. Das Menü sieht, wie es nach der Beschreibung erkennbar sein sollte, doch etwas sporadisch aus. Um ein Spiel zu starten muss man oben in der Standartmenüleiste auf „Datei“ und „Neues Spiel“ gehen.

Das Spiel

Spielstart:

Nun erscheint ein Fenster wo man die Anzahl der menschlichen Spieler einstellen kann. Nach Bestätigung erscheint ein zweites Fenster. Diesmal kann man die Anzahl der Computerspieler, sowie den Schwierigkeitsgrad einstellen. Zu erwähnen sei, dass die maximale Spielerzahl, einschließlich der Computerspieler bei zehn liegt. Insgesamt gibt es vier Schwierigkeitsgerade: „Dorftrottel“, „Schultheiß“, „Souverän“

Bilder von Kaiser (PC)

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* Kaiser (PC) Bild 115012 tb

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Kaiser (PC) Bild 115008 tb

Das Hauptmenü

und „Absolutist“. Die ersten drei Schwierigkeitsgerade zeichnen sich durch eine steigende künstliche Intelligenz aus. Beim „Absolutistmodus“ sind die Computerspieler noch näher am Sieg, da sie im Rang eines Fürsten starten. Zu den Rängen aber später mehr.

Als nächstes muss man seinen Namen, sein Geschlecht und sein gewünschtes Land angeben. Es stehen insgesamt zehn Länder aus dem „Heiligen römischen Reich Deutscher Nation“ zur Auswahl: Sachsen, Holstein, Hessen, Bayern, Preußen, Baden, Thüringen, Westfalen, Böhmen und Franken. Die Länderwahl wirkt sich aber fast gar nicht auf das Spielgeschehen aus. Holstein ist beispielsweise gleich stark wie Preußen. Nur die geographische Lage ist entscheidend. So kann man nur von benachbarten Ländern Land annektieren.Nun beginnt aber das richtige Spiel. Das Startjahr ist 1400. In der ersten Runde wird man mit einer Frau vermählt. Die Frau selber ist natürlich uninteressant, wichtig ist nur ihre Mitgift. Zu guter Letzt, kann man sich noch für einen von zwölf Zaubern entscheiden. Jeder der zwölf Zauber bringt einen gewissen Vorteil. Z.B. eine produktivere Bevölkerung, oder höhere Ernten.

Ränge:

Wie gesagt, muss man Rang um Rang aufsteigen. Zu Beginn startet man als „Herr“. Um einen Rang aufzusteigen, müssen bestimmte Voraussetzungen in den Bereichen Zufriedenheit, Einwohnerzahl, Ländereien, Armeestärke und Geld erfüllt sein. Will man den vorletzten Rang „König“ erreichen, so muss man außerdem noch einen Palast bauen. Der „Kaiserrang“ erfordert zu dem eine Kathedrale. Bei steigenden Rang lassen sich auch bessere militärische Einheiten bauen. Zudem erlangt man mehr Ruhm, was das Volk zufriedener stimmt.

Innenpolitik:

Bei Kaiser sind alle Aktionen über eine kleine Buttonleiste aufrufbar. Die Buttons sind nicht beschriftet. Jediglich durch Bilder sind sie unterscheidbar. Und hier startet für Anfänger das erste Problem, da die Buttons auch kein Quickinfo haben. Zudem sind die Bilder auch nicht immer selbst erklärend. Für den Anfänger bleibt da nur ausprobieren. Die Buttons führen in kleine Menüs, wo man jeweils Aktionen ausführen kann.

So z.B. die Kornverteilung. Je mehr Korn vorhanden ist, desto schneller wächst die Bevölkerung, und die Zufriedenheit steigt. Bei geringer Kornmenge passiert natürlich gegenteiliges. Korn wächst natürlich auf den Feldern. Ländereien kann man hinzu kaufen. Je mehr Land man besitzt, desto größer sind die Ernten. Aber die Ernteerträge sind dennoch den Zufall unterworfen. Es können auch Jahre der Missernten kommen. In dem Fall muss man Korn hinzu kaufen, oder seine Bevölkerung verhungern lassen, wenn kein Geld da ist. Um Geld zu erwirtschaften muss man Marktplätze und Kornmühlen kaufen. Diese sind zwar sehr teuer, lohnen sich aber auf Dauer. Natürlich gibt es noch ein Mittel Geld in die Staatskassen zu bekommen: Die Steuern. Hohe Steuern bringen mehr Geld ein, machen aber natürlich das Volk unzufriedener. Und hohe Steuern, verbunden mit Hunger, können schlimme Folgen für den Herrscher haben. Revolutionen! Deshalb kann man nicht immer wie ein Willkürherrscher regieren. Es lassen sich auch militärische Einheiten ausheben, mit denen man außenpolitischen Druck ausüben kann.

Außenpolitik:

Selbstverständlich kann man mit seinen Mitstreiter auch Verträge schließen. Zur Auswahl stehen zeitlich begrenzte Friedensverträge (Nicht-Angriffspakt) und Handelsverträge. Letztere geben beiden Nationen ein höheres Einkommen, wobei die schwächere Nation mehr profitiert. Es gibt auch noch die Entwicklungsmithilfe, bei der man seinen Mitstreitern Militär, Geld, Ländereien oder Sklaven schenken kann. Aber wer hilft schon gerne seinen Kontrahenten? Brauchbarer ist da schon eher die Erpressungsfunktion, bei der man eben genannte Dinge auch fordern kann. Das funktioniert aber nur wenn man ein starkes Druckmittel, also eine starke Armee hat.

Es ist keine Seltenheit, dass die Mitstreiter wirtschaftlich weiter entwickelt sind als man selbst. D.h., dass sie sind näher am „Kaiserrang“. Dann sollte man in den Krieg ziehen, um seinen Gegner wieder etwas näher an die Steinzeit zu bringen. Wenn man im Kriegsmenü sich sein Opfer ausgewählt hat, öffnet sich das Kriegsfenster.

Krieg:

Die Schlacht läuft rundenbasiert. Das Schlachtfeld ist jeweils in einzelne Felder aufgeteilt, auf denen man seine Einheiten bewegen kann. Stehen zwei Einheiten aneinander können sie sich gegenseitig angreifen, wobei die stärkere Einheit natürlich die größere Wahrscheinlichkeit hat, einen Treffer zu landen. Es gibt auch Distanzeinheiten, wie Bogenschützen, die auf größere Entfernungen schießen können. Eine Schlacht endet entweder mit dem Rückzug oder der Vernichtung des Aggressors, oder mit der Kapitulation des Verteidigers. Im letzteren Falle ist der Verlierer der kurzzeitigen Willkür des Siegers ausgesetzt. Dieser hat drei Optionen. Er kann das Land entweder Plündern und Annektieren, indem Fall wird ein Teil des Geldes und des Landes gestohlen, oder er kann das Land brandschatzen. Dann werden viele Gebäude vernichtet. Es gibt auch noch eine dritte Option: Ein Massaker anzurichten. Dann werden viele Menschen getötet oder versklavt. Bei letzterer Methode verliert man seinen gesamten Ruhm. Wichtig ist, dass man seine Gegner nicht vollständig vernichten kann.

Ich glaube das reicht, um einen kurzen Spielüberblick zu vermitteln. Es gibt noch viele weitere Funktionen, die das Spiel komplex machen. Zudem gibt es noch viele Zufallsereignisse z.B. Seuchen, oder Naturkatastrophen, die das Spiel abwechslungsreicher machen.

Grafik:

Die Grafik ist wohl das größte Manko des Spiels. Die Grafiken sehen so aus, als wären sie mit Paint gezeichnet. Oft enthalten Bilder nicht mehr als zwei Farben. Dennoch ist meistens zu erkennen, um was es sich handeln soll.

Sound:

Sounds gibt es nur wenige. Die vorhandenen klingen auch nicht sehr überzeugend, aber die meiste Zeit herrscht ohnehin stille. Hintergrundmusik gibt es nur im Hauptmenü. Wie bereits erwähnt, eine MIDI Version von „Heil dir im Siegerkranz“.

Künstliche Intelligenz:

Bei hohen Schwierigkeitsgrad ist die KI ein ebenbürtiger Gegner. Sowohl in Friedenszeiten, wo sie meist eine mächtige Wirtschaft aufbaut, als auch in Kriegszeiten, wo sie sich in Schlachten gut, wenn auch berechenbar, schlägt. Aber auch die KI ist vor Mutter Natur nicht sicher. Naturkatastrophen oder Missernten suchen auch die Computerspieler heim. Wem die KI aber zu anspruchsvoll ist, wählt einfach den „Dorftrottel-Schwierigkeitsgrad“, der bietet für Neulinge noch immer eine Herausforderung, die aber zu bewältigen ist.

Mulitplayer:

Ein Lan/Internetmodus ist nicht vorhanden. Es gibt nur den Hotseatmodus, wo mehrere Spieler an einem PC sitzen, oder das Emailspiel, wo man sich die Spielstände gegenseitig zuschickt.

Dokumentation:

Gute Anleitungen sind bei Freeware-Spielen nichts selbstverständliches. Kaiser ist da vorbildlich. Eine Hilfedatei wird mitgeliefert. Die Hilfe ist gut und übersichtlich. Bilder sind kaum vorhanden, aber auch ohne diese sind die Erklärungen nachvollziehbar.

Meinung & Fazit

Trotz der Mängel bei Übersichtlichkeit, Sound und Grafik, bringt Kaiser ungeheuer viel Spaß. Das liegt wohl daran, dass es eine gewisse Komplexität aufweist. Zudem verläuft jedes Spiel anders, da bei Kaiser vieles dem Zufall unterliegt. Langzeitmotivation ist also gegeben, zu mal auch die sehr gute KI immer wieder eine Herausforderung ist. Am besten schneidet Kaiser natürlich im Preis/Leistungsverhältnis ab, da Kaiser zu 100% Freeware ist. Und weil Kaiser mit 700 KB rang und schlank ist, geht auch der Download geschwind.

Hinweis:

Im Internet ist auch eine Kaiser 2 Version zu finden. Diese steht nicht im Bezug mit dem Kaiser von Stefan Maday, und meiner Meinung nach, kommt diese auch nicht annähernd an Kaiser heran.

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