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Kickboxen Erfahrungsbericht: Gesund oder Sport für Brutalos?

Wenn das Stichwort Kickboxen fällt, haben viele die Assoziation von Kämpfern, die sich rücksichtslos gegenseitig die Fresse einschlagen. Ein Sport, bei dem Verletzungen vorprogrammiert sind und der nur etwas für „harte Jungs“ ist. Kickboxen als Hobbysport in Erwägung zu ziehen, kommt für viele daher nicht infrage. Doch ist Kickboxen tatsächlich nur ein Brutalo-Sport?

Ich bin nun bereits seit einiger Zeit in einem Kickboxverein und möchte heute diesen Artikel nutzen, um einige Vorurteile gegen diese Sportart und den Kampfsport allgemein auszuräumen.

Kickboxen? Das machen doch nur Asis!

Das Schlägerimage der Kampfsportvereine ist aus manchen Köpfen kaum wegzukriegen. Tatsächlich sieht es so aus, dass die meisten Sportvereine um ein gutes Image bemüht sind. Einer meiner Trainer hatte neulich erst zu einem Interessenten gesagt: „Bei uns gibt es keine Schläger!“ Und ich kann das nur bestätigen. Ich kann jeden nur ermutigen, mal in einen Verein in eurer Nähe vorbeizuschauen und sich selbst mal ein Bild zu machen. Wenn euch die Leute nicht zusagen, probiert doch einfach den nächsten Verein.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen, sind alle meine Trainingspartner sehr rücksichtsvoll gewesen. Gegenseitige Rücksicht ist das A und O beim Kickboxen. Nur so können unnötige Verletzungen vermieden werden. Im Fokus steht die Selbstverteidigung sowie die Verbesserung der körperlichen Fitness und nicht das „Umhauen“ des Trainingspartners.

Übrigens: Die Vereine sind sehr schnell darin, Mitglieder, die sich in irgend einer Weise brutal verhalten, auszuschließen. Egal ob dieses Verhalten innerhalb oder außerhalb des Vereins ausgeübt wird. Deshalb: Kickboxen ist kein Sport für irgendwelche Brutalos. Im Gegenteil! Es ist ein Sport für rücksichtsvolle Menschen.

Warum überhaupt mit Kickboxen anfangen?

Es gibt 5 gute Gründe mit Kickboxen anzufangen:

  1. Kickboxen ist äußerst gesund und bringt den Körper in Form. Bei kaum einer anderen Sportart werden so viele Bereiche des Körpers trainiert. Ein korrekt ausgeführter Schlag erfordert beispielsweise mehr als eine Armbewegung. Beine, Schultern, Kopf, der gesamte Oberkörper werden eingesetzt. Bei Tritttechniken ist es ähnlich. Beim Kickboxen gibt es keinen Teil des Körpers, der nicht trainiert wird.
  2. Selbstverteidung: Beim Kickboxen lernt ihr euch selbst zu verteidigen und das führt uns auch schon zu Punkt 3.
  3. Mehr Selbstvertrauen: Viele Kickboxer berichten, dass sie durch den Sport mehr Selbstvertrauen und ein Sicherheitsgefühl entwickelt haben.
  4. Aggressionsbewältigung: Beim Kickboxen könnt ihr, unter Rücksichtnahme eurer Mitsportler, eure Aggressionen lassen, anstatt sie bei Leuten abzuladen, die es nicht verdient haben.
  5. Spaßfaktor: Kickboxen macht Spaß. Zugegeben, ich kann natürlich nicht garantieren, dass es jedem von euch gefällt.

Ist das Verletzungsrisiko beim Kickboxen hoch?

Diese Frage muss differenziert beantwortet werden. Denn Kickboxen ist nicht gleich Kickboxen. Grundsätzlich wird zwischen 3 Arten unterschieden: Semikontakt, Leichtkontakt und Vollkontakt. Beim Semi- und Leichtkontakt Kickboxen werden die Tritte und Schläge nur mit leichter Kraft ausgeführt. Knockouts und Techniken, die den Gegner verletzen könnten, sind regelwidrig und können bei Wettkämpfen mit Punktabzug oder Disqualifikation enden. Verletzungen sind daher beim Semi- und Leichtkontakt äußerst selten und wenn zumeist nur von leichter Art. Angeblich soll die Verletzungsgefahr sogar niedriger als beim Fußball liegen. Zudem kann durch entsprechende Schutzkleidung das Verletzungsrisiko minimiert werden. Ein Hand-, Fuß und besonders Tiefschutz sind absolute Pflicht, Sowohl beim Training, als auch bei Wettkämpfen. Auch Schienbeinschützer oder das Tragen von Bandagen sind zu empfehlen.

Beim Vollkontakt sieht die Sache natürlich schon anders aus. Die Techniken dürfen mit voller Kraft ausgeführt werden. Na, ob das so gesund ist? Ich persönlich bin kein Freund des Vollkontakt Kickboxens und möchte in diesem Erfahrungsbericht auch nicht näher darauf eingehen. Nur so viel: Fürs Vollkontakt Kickboxen müsst ihr erst einmal Erfahrungen im Leichtkontakt sammeln.

Ansonsten können beim Kickboxen natürlich Verletzungen, wie bei jeder anderen Sportart auch auftreten.

Wie läuft das Training ab?

Als kompletter Anfänger ohne Trainingserfahrung macht ein Kampftraining noch keinen Sinn. Ihr müsst erst einmal die Techniken erlernen und vor allem benötigt ihr für die Kicks die entsprechende Dehnung! Auch Kondition ist ein wichtiger Punkt. Daher macht für Anfänger vor allem das Technik- und Konditionstraining Sinn.

Um Verletzungen zu vermeiden beginnt das Training mit einer ausgiebigen Aufwärm- und Dehnungsphase. Die Aufwärmübungen sind sehr anspruchsvoll. Es ist vollkommen normal, dass Anfänger nicht sofort alle Übungen bewältigen können. Doch nehmen Kraft, Dehnung und Körperkoordination mit der Zeit zu und die Übungen fallen leichter. Macht euch also keinen Kopf, wenn ihr anfangs noch nicht alles packt, sondern macht so gut mit, wie ihr könnt. Ein kräftiger Muskelkater ist in den ersten Wochen vorprogrammiert. Nach meinem ersten Training hatte ich 4 Tage Muskelkater.

Ich habe Interesse, mit Kickboxen anzufangen. Wie gehe ich vor?

Sucht euch einfach einen Verein oder eine Kampfsportschule in eurer Nähe heraus. In der Regel bieten euch die Vereine ein paar Probetrainings an, damit ihr in Ruhe entscheiden könnt, ob euch das Kickboxen auch Spaß macht.

Habt ihr Anmerkungen oder Fragen? Dann schreibt weiter unten einfach einen Kommentar.

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4 Gedanken zu „Kickboxen Erfahrungsbericht: Gesund oder Sport für Brutalos?

  • 8. Mai 2013 um 17:20
    Permalink

    Danke für die SUPER GEILE erklärung…. 😉 hat mich nur noch mehr darin bestätigt jetzt endlich mal hinzugehen. wollte schon lange Zeit anfangen, vor allem weil es den ganzen Körper Trainiert.. echt Danke 😉 Gruß

    Antwort
  • 26. Januar 2014 um 11:08
    Permalink

    Hallo Maximilian,

    erst mal ein großes Lob an Deinen Bericht! Er bestätigt meinen Eindruck dieser Sportart . Ich persönlich hatte noch nie wirklich etwas für das Boxen übrig, nur eines hat mich schon immer fasziniert: das Trainingsprogramm. Früher hatte ich Geräteturnen, Tennis u.a. gemacht. Durch Arbeit und Kinder hat dies nachgelassen bis hin zu keinem Sport mehr und bin ein richtiger „Schlaffi“ geworden. Den Drang zum Sport habe ich allerdings nie verloren und versuchte mich in den diversen Hausfrauensportarten …;)- bin ein Mensch der sich gerne bewegt und neues ausprobiert….
    Nun ja, durch ne Bekannte bin ich letzte Woche mit zum Kickboxen gegangen und war total begeistert. So nette Leute dort und rücksichtsvoll! Sind, was ich so mitbekommen keine Raucher 🙂 und achten unter anderem sehr auf ihre Ernährung. Anfangs dachte ich, oh je, ich bin sicher die Älteste so als Anfänger. Aber nein, es ist alles dabei und jeder nimmt auf den Anderen Rücksicht. Ich habe ja schon viel Muskelkater durch andere Sportarten gehabt, aber noch nie am kompletten Körber :)!
    Es ist genau das dabei, was ich wollte: Dehnen, Kraft, Kondition, Ausdauer und Konzentration. Der gesamte Körper ist im Einsatz. Zugegeben, derzeit bin ich noch recht euphorisch ….; werde mir dies ne Weile weiter anschauen und sehen was sich ergibt. Kann es nur empfehlen mal auszuprobieren, jeder Topf findet einen Deckel und das ist beim Sport ebenso ;). Ich bin zwar keine 20 mehr, aber mit 40 noch fitter als manch einer mit 16 😉 ! Wer diese Art der Bewegungen mag und auch gerne tanzt, für den wär evtl. auch „Capoeira“ etwas ….. Man muss ja nicht gleich an einen Weltmeistertitel denken… 😉

    Gruß, Sandra

    Antwort
  • 18. November 2014 um 13:27
    Permalink

    Danke erst mal .. ich bin ein Mädchen. Bin am überlegen. Diese Sportart ausführen nur weiß ich nicht ob ich als Mädchen da auch akzeptiert werde bin sehr verunsichert.

    Antwort
    • 18. November 2014 um 21:25
      Permalink

      Hallo Jasmin,
      es gibt auch Kickbox-Kurse nur für Frauen. Allerdings finde ich so etwas nicht nötig. Wenn du in einen Sportverein eintrittst (besser als eine private Kickboxschule) sehe ich überhaupt keinen Grund, warum du nicht akzeptiert werden sollest. Bei uns im Verein sind mehr als ein Drittel Mädchen. Das gab noch nie irgendwelche Probleme. Insofern lass dich nicht abhalten. Viel Spaß!

      Antwort

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