Omrom Walking Style One: Mehr Bewegung im Alltag

Pro: klein, einfach zu bedienen, motivierend
Kontra: manchmal ungenau, nicht für alle Alltagsaktivitäten geeignet

Empfehlenswert: bedingt

Heute im Test: Der Omrom Walking Style OneSchrittzähler.

Kennst du diese gut gemeinten 0815-Abnehm-Ratschläge, die in so gut wie jeder Illustrierten zu finden sind? Bewegen sie sich mehr! Lassen sie das Auto stehen oder parken sie es weiter weg. Nehmen sie die Treppe, statt den Aufzug.

Das ist super nervig, oder? Denn mal ehrlich, wer hat schon die Zeit und die Motivation, sich 1km vom Supermarkt entfernt hinzustellen, und dann mit vollen Einkaufstüten zurückzutraben. Oder bis in den siebten Stock zu laufen, und oben hechelnd, verschwitzt und halbtot anzukommen? Mehr Bewegung im Alltag ist ein schöner Ansatz, oft jedoch unrealistisch.

Es gibt aber einen ganz besondere Motivationshilfe, die für wenig Geld fast überall zu bekommen ist: Ein Schrittzähler. Das klingt vielleicht erst einmal lächerlich, ist es aber gar nicht.

Kontrolle = Motivation?

Wir alle lieben ein wenig Kontrolle von außen. Das gibt uns das Gefühl, etwas von unserer Verantwortung abgeben zu können. So sehr wir Lehrer in der Schule auch gehasst haben; aber immerhin haben sie uns dazu gebracht zu lernen … was viele von uns allein zuhause nie zustande gebracht haben. Das gleiche Prinzip greift auch bei Motivationscoaching, Lebensberaterung oder Personal Coaching. Wir wollen jemanden, der uns zur Seite steht und uns Rückmeldung über unsere Leistung gibt. Das ist motivierend.

Das gleiche kann ein Schrittzähler tun. 10.000 Schritte sollte jeder Mensch am Tag laufen, um aktiv etwas für sein Herz- Kreislaufsystem zu tun. 12.000-15.000 Schritte sollten es sein, wenn wir abnehmen möchten.

Mit diesem Wissen sieht es mit der Bewegung im Alltag doch gleich ganz anders aus. Jeder Schritt zählt, ob im Haushalt oder beim Spaziergang. Wenn wir beispielsweise bereits 7000 Schritte gelaufen sind, und nun noch schnell einkaufen müssen, um anschließend nach Hause zu können und zu entspannen, dann ist die Motivation doch viel eher gegeben, das Auto etwas weiter vom Supermarkt zu parken, oder? Wir wissen, es fehlen uns noch 3000 Schritte, und dann können wir mit gutem Gewissen faulenzen.
Wir laufen nicht nur einfach so ins Blaue mit dem vagen Gefühl der Hoffnung, sondern bekommen direkt Bestätigung von unserem Begleiter, dem Schrittzähler.

Der Omrom Walking Style One

Ich habe für euch einmal den Schrittzähler Omrom Walking Style One getestet. Bei Amazon bekommt man es derzeit für 15,99 Euro. Woanders kostet er zwischen 15 und 25 Euro.

Beim Omrom Walking Style One handelt es sich um ein kleines, leichtes und rundes Gerät, welches ein wenig an ein Tamagotchi erinnert. Auf der Rückseite befindet sich ein Clip, mit dem man es an der Kleidung befestigen kann. Es lässt sich einfach mit zwei Knöpfen bedienen, und prinzipiell braucht man dazu nicht einmal die Bedienungsanleitung. Etwas Neugier reicht beim Omrom Walking Style One aus.

Es werden immer die Schritte der jeweils letzten sieben Tage gespeichert, sodass man die Möglichkeit hat, direkt zu vergleichen. Zudem finde ich sehr gut, dass sich der Omrom Walking Style One nach fünf Minuten automatisch abschaltet, um die Batterie zu schonen. Die Schritte werden aber trotzdem weiter erfasst.

Die ersten vier Schritte werden zunächst einmal nicht gezählt, da der Omrom sicher gehen will, dass man wirklich läuft, und nicht nur einmal aufgestanden ist, oder eine Auf- und Ab-Bewegung gemacht hat. Erkennt der Schrittzähler aber, dass wir wirklich in Bewegung sind, werden die vier Schritte wieder dazu addiert. Clever!

Wenn man mehr als fünf Minuten lang eine bestimmte Anzahl von gleichmäßigen Schritten pro Minute macht, dann werden zusätzlich auch aerobe Schritte gezählt. Bei dieser Art von Schritten befindet man sich in einem sportlichen Pulsbereich, der dem des Walkings ähnlich ist. Man verbrennt dann mehr Kalorien und „trainiert“ effektiver.

Minuspunkte

Es jedoch auch einige Dinge, die mich beim Omrom Walking Style One nicht so begeistert haben. Um die individuelle Schrittlänge zu bestimmen, ist es notwendig, zehn Schritte zu gehen, die gelaufene Strecke abzumessen, und anschließend durch 10 zu teilen. Diesen Wert muss man dann ins Gerät eingeben.

Der Hintergedanke ist ja gut, aber ich finde es zum einen sehr umständlich (nicht jeder hat immer einen Zollstock zuhause), und zum anderen auch nur bedingt sinnvoll. Wenn ich schnell gehe, etwa beim Walken, mache ich doch viel größere Schritte, als wenn ich langsam mit Freunden in der Innenstadt schlendere. Das Ergebnis ist also so oder so immer etwas ungenau. Manchmal habe ich angeblich bereits 3000 Schritte gemacht, obwohl ich das Gefühl hatte, mich kaum bewegt zu haben. Die davon abgeleitete Kilometerzahl, den Kalorien- und Fettverbrauch kann ich dementsprechend auch nicht für bare Münze nehmen.

Wirklich enttäuscht bin ich davon, dass nicht empfohlen wird, ein ungleichmäßiges Tempo zu gehen, zum Beispiel in einer großen Menschenmenge. Ja, wozu brauche ich dann einen Schrittzähler? Ich möchte die Bewegung doch in meinen Alltag integrieren, und mir nicht extra ein oder zwei zusätzliche Stunden Zeit nehmen, um mir eine lange und leere Strecke auszuwählen, auf welcher mir kein Mensch entgegenkommt.

Als Schrittzähler im Haushalt ist der Omrom Walking Style One dann wohl weniger geeignet, denn dort sitzt man auch hin und wieder, geht mal langsam oder schnell – und meist nur sehr kurze Wege.

Fazit

Was den Omron Walking Style One Schrittzähler betrifft, bin ich geteilter Meinung.
Ich wollte einen günstigen Schrittzähler ohne viel Schnickschnack (also ohne umfangreiche Statistiken, USB-Anschluss oder mehrknöpfiger Bedienung). Den habe ich zwar bekommen,  bin aber leider enttäuscht, dass er für den Alltag nicht wirklich exakt zählen kann.

Auch die Einstellung der individuellen Schrittlänge kann aus meiner Sicht nur zu Ungenauigkeiten führen. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern teurere Geräte da funktionieren oder besser sind, aber den Omrom Walking Style One würde ich wohl nicht noch mal zweites Mal kaufen.

Trotzdem finde ich nicht, dass Schrittzähler alberne Gadgets sind, sondern sehe sie als Personal Trainer für Arme – im wahrsten Sinne des Wortes.
Für alle Sportmuffel, die Bewegung trotzdem nicht zu kurz kommen lassen wollen, für Menschen mit zu wenig Zeit ins Fitnesscenter zu gehen oder auch für sehr übergewichtige Menschen, die abnehmen wollen, und nach einer motivierenden Bewegungsmöglichkeit suchen, die die Gelenke schont, sind die kleinen Helfer unbedingt empfehlenswert.

Daher kann ich für Omrom Walking Style One nur eine bedingte Kaufempfehlung aussprechen.

Omrom Walking Style One kaufen

Den Omrom Walking Style One könnt ihr BEISPIELSWEISE bei Amazon kaufen. Das Mr. Crowley Blog erhält eine kleine Provision wenn ihr über diesen Link bestellt. Vielen Dank.

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Der Produkttest ist nach größter Sorgfalt geschrieben. Fehlerfreiheit kann trotzallem nicht garantiert werden.

Artikel-Schlagwörter: abnehmen, Haushalt, Schrittzähler, Walking,

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